Die Geschichte des Yogas

Der Yoga stammt aus dem indischen Kulturraum. In Europa und Amerika wurde Yoga weitgehend auf das Üben von Asanas reduziert. Doch es steckt mehr dahinter. Der Yoga war ursprünglich eine komplexe philosophisch-spirituelle Lehre. Diese drehte sich um Askese, Erkenntnis, Einswerdung und Gesunderhalt. Welches Gewicht Yoga-Schulen solchen Inhalten gaben, war unterschiedlich. In diesem Artikel wollen wir dir etwas über die Entstehung und Geschichte des Yogas erzählen.

Was ist Yoga?

Die gebräuchlichste Yoga-Form ist der Hatha Yoga. Die meisten hierzulande angebotenen Yogaformen betonen körperliche Übungen. Atemübungen und meditative Aspekte finden nur am Rande statt. Die Gewichtung der meditativen Aspekte oder das Tempo, in dem Übungen ausgeführt werden, unterscheiden sich. Ziel von Yoga-Übungen ist nach westlichem Verständnis gesteigerte Fitness.

Der Sanskrit-Begriff “Yoga” steht für “Einheit” oder “Harmonie”. Körper, Geist und Seele sollen beim Üben und Meditieren in Einklang gebracht werden. Die Übungen sollen mit der Zeit zu einer gesteigerten Bewusstwerdung führen. Die innige Verbundenheit mit allem, was im Kosmos existiert, soll gespürt werden.

Das komplexe System des Yoga beinhaltete neben körperlichen auch geistige Übungen. Es basierte außerdem auf Atemübungen, Reinigungsritualen, Ernährungsregeln oder Aspekten, die der Persönlichkeitsentwicklung dienten.

Grundlagenwissen zu der Frage “Was ist Yoga?” erhältst du in diesem Artikel.

Die Herkunft und die Geschichte des Yogas

In den indischen Veden finden sich schon 1.500 Jahre vor Christi Geburt erste Erwähnungen von Yoga-Praktiken. In den Veden wurden damals heilige Asketen beschrieben, die meditierten, Atemübungen und Asanas ausführten. Demnach läge der Ursprung des Yoga etwa 3.500 Jahre vor unserer Zeit. Hinweise deuten jedoch auf ein weit früheres Entstehen des Yoga hin. Möglicherweise ist der Yoga bereits 5.000 Jahre alt.

Ursprung und Herkunft des Yoga können auf damalige Hochkulturen zurückgeführt werden, die im Indus-Tal lebten. Unbekannt ist jedoch, welche Völker den Yoga eingeführt haben. Die Verfasser der Veden waren eingewanderte nomadische Indo-Arier. Jedoch könnten auch früher dort lebende Menschen den Yoga entwickelt haben. Klar ist nur, dass religiöse und philosophische Aspekte im Yoga verankert wurden.

Geschichte des Yogas

Die Frühzeit des Yoga

Das Streben nach Erkenntnis und die Erlösung von irdischen Begierden verfolgten Yogis durch strenge Askese, Weltentsagung und Triebkontrolle. Die Hingabe an Gott war ein Pfeiler des damaligen Yoga.

Der indische Gelehrte Patanjali prägte den klassisch-philosophischen Yoga-Zweig. Er diente der Selbsterkenntbnis. Nach und nach entwickelten sich vier yogische Hauptrichtungen: der psychologisch-orientierte Raja-Yoga als Königsweg, der religiös-zentrierte Bhakti-Yoga, der nach Erkenntnis strebende Jnana-Yoga und der Karma-Yoga, der Selbstlosigkeit anstrebte.

Hatha-Yoga entstand irgendwann zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert. Er legte eine stärkere Betonung auf körperliche Übungen. Geistige Aspekte und meditative Übungen wurden mit eingeschlossen. Man kannte bereits 14 verschiedene Asanas. Spätere Yoga-Regeln und -vorschriften, die im Hochmittelalters oder der beginnenden Neuzeit aufgestellt wurden, legten die Betonung auf Atemübungen, spezielle Reinigungsrituale und Versenkungsübungen.

Der Begriff “Hatha” steht auch für “Gewalt”. Die Yogis eines bestimmten Hatha Yoga-Ordens waren begehrte Söldner. Die von Askese und Entsagung gestählten Männer eignet sich für entberungsreiche Kriegseinsätze. Daher verdingten sich Yoga-Adepten oft als Söldner. Die britischen Kolonialherren machten diesem Treiben ein Ende. Danach stellten die arbeitslos gewordenen Yogis sich als Fakire und aschebestäubte Asketen auf Jahrmärkten zur Schau.

Erste Erwähnungen über solche Yogis gelangten vermutlich im 14. und 15. Jahrhundert durch christliche Missionare aus Goa nach Europa. Der Yoga wurde von den britischen Kolonialherren als hinduistisch-heidnisches Ritual verboten. Dessen ungeachtet entstand im Laufe der Zeit unter europäischen Intellektuellen ein reges Interesse an Asien. Schwärmer wie Wilhelm von Humboldt und Zeitgenossen sorgten für ein erneutes Interesse am Yoga.

Das 19. Jahrhundert bringt den Yoga in den Westen

Swami Vivekananda reiste 1893 aus Kalkutta nach Chicago. Er brachte den Yoga-Weg mit und wurde quasi zum Markenbotschafter für Yoga-Tradition im Westen. Andere Zeitgenossen etablierten Yoga dann in einer modernen Form in Europa und Amerika. So entstanden Ashtanga-Yoga, Vinyasa-Yoga sowie Iyengar-Yoga.

Der körperbetonte Hatha-Yoga entwickelte sich in Europa und Amerika zur bekanntesten Yoga-Form. Unsere eher materialistische Lebenseinstellung trug nicht unwesentlich dazu bei, die religiös-pholosophische Yoga-Aspekte herauszufiltern. Dennoch setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Pflege des Körpers auch dem Geist nützlich ist.

Mit der New-Age-Bewegung der Sechziger und Siebzigerjahre der vergangenen Jahrhunderts etablierten sich immer mehr Yoga-Schulen in Europa und Amerika. Viele der heute bekannten Asanas tauchen jedoch in den alten Schriften nicht auf. Sie entstammen neuen Yoga-Formen. Der indische Yoga wurde zum Work-out mit semi-spirituellem Gerüst.

Geschichte des Yoga - Yoga in der Gegenwart

Wofür stehen die verschiedenen Yoga-Arten?

Die vier im Westen am häufigsten praktizierten Yoga-Formen sind:

Hatha-Yoga

Seine fünf Säulen sind: körperliche Übungen, Atemübungen, Entspannung, Ernährung und Meditation bzw. positives Denken.

Ashtanga-Yoga

Die hier ausgeführten Übungen sollen den Blutfluss verbessern, das Herz-Kreislauf-System trainieren, Blockaden lösen und für mehr Wohlbefinden sorgen.

Bikram-Yoga

Asanas, Atemübungen und Reinigungstechniken werden bei schweißtreibenden Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit ausgeführt. Eine Variante des Hatha Yoga. Auch als „Hot Yoga“ bekannt.

Yin-Yoga

Hier stehen bei der Ausführung der Asanas langes Halten und Dehnen im Vordergrund. Faszien, Bänder und Gelenke sollen davon profitieren.

Andere Yoga-Traditionen

Nur selten finden sich Angebote für Bhakti-Yoga, Jnana-Yoga, Karma-Yoga, Vinyasa- bzw. Power Yoga oder Iyengar-Yoga.

Wie und wo kann man Yoga lernen?

In fast allen europäischen Städten finden sich heute Yoga-Angebote. Volkshochschulen, Sportvereine und Yogaschulen bieten Yoga-Kurse an. Vertreten sind meist die wichtigen Yoga-Schulen.

Außerdem kann ein Yoga-Einstieg über Onlinekurse, durch Smartphone-Apps, You-Tube-Videos, DVD- oder Videokurse gelingen. Bücher begleiten die Übungen mit detaillierten Beschreibungen. Oft finden sich auch einige Abschnitte zum traditionellen Yoga-System Indiens.

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